1979-1980 Klangstäbe
Im Alter von drei Jahren entdeckte man auf einem Kindergeburtstag meine musikalische Bewandtnis. Man steckte mich daher in die Musikschule Zingrebe in Hamburg-Poppenbüttel, in der ich das Spielen auf Klangstäben erlernte. Alsbald schien die Tonleiter aus den einzelnen Klangsteinen, die nacheinander alle einzelnd erworben werden mussten, erschöpft und ich widmete mich breiter gefächerter Partituren.
1981-1994 Piano forte
1981, im Alter von fünf Jahren begann ich mit Klavierunterricht. Ein halbes Jahr vor meinem Abitur hörte ich auch mit dem Klavierunterricht auf. Nach über dreizehn Jahren klassischen Unterrichts hatte ich das Gefühl, genug gelernt zu haben. Ich weiss heute zwar, dass ich nun wesentlich besser auf dem Klavier sein könnte, als ich es jetzt bin, ich bereue meine Entscheidung von damals aber trotzdem nicht.
1982-1983 Blockflöte
Die Blockflöte wurde zwangsverordnet unter dem Deckmantel der Musikalischen Früherziehung. Mich sollte es nicht weiter stören, jedoch freuten sich meine damaligen Kameraden der 1. Grundschulklasse nicht immer auf die praktischen Musikstunden. Wie erst aber musste der erwachsene Hörsinn unserer Grundschullehrerin unter dem kollektiven Gefiepe gelitten haben.
Die Blockflöte erlebte 2007 ihre Renaissance, als meine Schwester Anneke und ich als Christen verkleidet auf eine Privatparty mit dem Motto "Weltreligionen" gingen. Dafür besorgten wir uns jeder eine Plastikblockflöte aus einem 1-Euro-Shop und entdeckten totgeglaubte Fingerfertigkeit auf diesem Blasinstrument. Vereinzelnd ist die Plastikblockflöte auch heute noch Utensil meines Ausgehrepertoires. Zu schön sind die Momente, in denen in geselliger Athmosphäre musikalischer Enthusiasmus in überschwängliche, schrille Töne des oberer Frenquenzbandes formuliert wird.
1986-1991 Violine
1986 kam als Zweitinstrument die Geige hinzu, da ich für den Musikzweig meines Gymnasiums ein Orchesterinstrument erlernen musste. Das Instrument durfte ich mir selber aussuchen. Ich verstehe bis heute nicht, wie ich auf die Idee kam, die Geige zu nehmen. Daher war ich extrem erleichtert, als ich nach fünf qualvollen Jahren meine Eltern endlich soweit hatte, mit dem Geigenunterricht aufhören zu dürfen.
1989-1991 das eigene Homestudio
Mit dem Komponieren eigener Stücke im Bereich der Popmusik begann alles irgendwann Ende der 80er Jahre, als mir meine Eltern zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag zusammen den damals brandneuen YAMAHA DX7s schenkten. Ich habe mich bis heute noch nicht richtig mit seiner FM-Synthese auseinandergesetzt. Nun steht er bei mir hochkant im Keller meiner Eltern (nein, ich verkaufe ihn trotzdem nicht). Ein Jahr später kam dann ein Effektgerät hinzu (ALESIS MIDIVERB III). Als ich mir jedoch wieder einige Zeit später den YAMAHA TG55, einen Expander, besorgte und die ganze Peripherie über ein MIDI-Interface mit dem AMIGA 500 verkabelte, da begann es erst, interressant zu werden.
1992 BSFrandom
Nach meinem ersten Song "Thursgutter" (eigentlich nicht erwähnenswert, hier nun dennoch getan) formierte sich 1992 auch sogleich meine erste Musikgruppe: BSFrandom. Sie bestand aus meinen damaligen Klassenkameraden Subio Ert (Name aus Seriösitätsgründen geändert), Friedemann Wachsmuth und mir. "Band" konnte man dazu nicht sagen - wir machten lediglich Musik in meinem bescheidenen Heimstudio. Im Jahre 1999 kam der von Friedemann ins Leben gerufene Internetauftritt www.BSF-random.de hinzu. Dort sind fast alle damals entstandenen Stücke im mp3-Format herunterladbar.
1993 the detachment
In der Zeit vom 23.Mai - 16.Juli 1993 machte ich Musik zusammen mit Martin Lang und Tim Stäglich. Tim schrieb die Texte und sang, Martin und ich hatten die Musik dazu komponiert. Das Projekt nannten wir the detachment (die Loslösung) und die Musik dazu war so etwas wie Sisters Of Mercy für Arme. Aber wir drei waren von der Qualität unserer Songs überzeugt. Am Freitag, dem 11.Juni '93, hatten wir im Rahmen eines Workshop-Konzertes am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium unseren großen Auftritt. Natürlich alles computergesteuert - zu diesem Zeitpunkt bereits der Atari ST -, allein der Gesang war live. Am Ende zerbrach die Band dann aufgrund unterschiedlicher Auffassungen bzgl. der Zielsetzung unseres Projekts. Tim wollte hoch hinaus, Martin und ich hatten nicht ganz so professionelle Ansprüche.
1994 Annelieserosemarie
Ende 1993 bis Mitte 1994 spielte ich in der eigentlich ersten richtigen Band. Tobias Albrecht (Gesang), Boris Wulff (Schlagzeug), Ingo Salzmann (Gitarre), Arndt Lichtenfeld (Bass) und ich am Synthesizer spielten Krautrock unter dem Namen ANNELIESEROSEMARIE. Zumeist spielten wir eigene Stücke, drei davon hatte ich geschrieben, und ab und an wurde das eine oder andere Westernhagen-Stück gecovert. Unseren großen Auftritt hatten wir am Dienstag, dem 29. März 1994 im Hamburger "Knust". Immerhin 120 zahlende Gäste konnten wir aufweisen - ein voller Raum und Erfolg. Am 8. April traten wir ebenfalls beim CvO-Workshopkonzert auf und am 19. Mai hatten wir noch einen Auftritt in einem Festzelt auf dem Hamburger Gänsemarkt im Rahmen eines großen Festes (Hafengeburtstag?? Keine Ahnung mehr...). Bereits davor kündigte unser Gitarrist an, dass er die Band verlassen werde. Ich sah auch keine große Zukunft mit dieser Art von Musik und verlies ebenfalls die Band, die daraufhin auseinanderfiel.
1995-1996 Point of View
In der darauffolgenden Zeit war ich mehr oder weniger aktiv auf Bandsuche. Unter anderem hatte ich damals auch bei einer Band vorgespielt, dessen Drummer ich sechs Jahre später bei der Vorausscheidung zum Grand Prix de Eurovision wiedersah. Deutschland in Stockholm vertreten durften sie allerdings nicht, dafür war die Konkurrenz mit "Wadde hadde dudde da" einfach zu groß. Egal.
Insgesamt besuchte ich mindestens sieben verschiedene Bands bzw. Personen, auf deren Gesuche in der OXMOX ich mich meldete oder die auf meine Gesuche antworteten. Aber erst im April 1996 traf ich ebenfalls über die OXMOX auf Henning Havekost, mit dem ich musikalisch auf einer Wellenlänge zu schweben schien. Zusammen mit Ralf Gerhardt, bei dem ich ca. ein Jahr zuvor zwecks Bandsuche bereits gewesen war, nahmen wir unser erstes und auch einziges Stück Healed auf. Die Musik komponierte ich selbst, Henning sorgte beim Abmischen für das Feintuning und Ralf lieferte Text und Gesang. Unter dem Projektnamen Point Of View nahmen wir mit diesem Stück an einem Band-Wettbewerb von Sony teil, von dessen Ausgang wir allerdings nie etwas erfuhren. Das Projekt löste sich aber auch recht schnell auf. Mit Henning war ich Ende 1999 im Hamburger CCH beim Konzert der Pet Shop Boys, ansonsten hat sich der Kontakt jedoch aufgelöst. Ralf Gerhardt sang und produzierte weiterhin unter dem Namen Notorioty.
1997-2003
Dies war der zunächst letzte Meilenstein meiner Musikgeschichte. Danach machte ich den Fehler, meinen Atari ST gegen einen PC auszutauschen. Mit dem Ergebnis, dass ich es bis heute nicht geschafft habe, meine Cubase VST Vollversion (1997 gekauft) fehlerfrei zu installieren. Aber die Zeiten änderten sich eh, ich begann zu studieren, und hatte somit immer weniger Zeit, mich der Musik zu widmen. Man kann demnach also sagen, dass 1997 meine pop-musikalische Ära endete. Klavier spielte ich aber weiterhin. Zwar seltener, dadurch, dass ich das Klavier meiner Eltern bei meinem Auszug von zuhause nicht mitgenommen habe. Aber meine Synthesizer tun es ja auch. Zusätzlich begann ich vor ein paar Jahren, mir ein paar Gitarrengriffe beizubringen - am Lagerfeuer ist so ein Flügel oft etwas unhandlich. Mein Repertoire umfasst jedoch nicht viel mehr als die in Schrammeltechnik vorgetragenen Standardakkorde e a H7 G C und D.
2003-2007 a-live
Neben dem Mitwirken an den O.S.T.-Songs zu den Parties Tiefergelegt und Goldrausch, bei denen mein Mitwirken aber von geringerer Bedeutung war, so dass ich mir davon keine Scheibe des Ruhms abschneiden möchte, lagen die Jahre 1997 bis 2003 musikalisch eher brach. Bis zum August 2003. Damals, auf der Suche nach einem Hobby, auch, um mich ein wenig in meiner neuen Umgebung Berlin einzugewöhnen, stieß ich im Internet auf ein Gesuch der A Cappella-Gruppe a-live nach einem 1. Tenor. Der war ich nicht und der werde ich auch nie sein, mich wollten sie nach einer 2-Mann Vorausscheidung trotzdem dabei haben. Dort sang ich nun 2. Tenor oder Bariton, in Einzelfällen auch Leadstimme. Unser Repertoire umfasste viele Stücke aus den 50ern und 60ern, vereinzelte aktuellere Songs sind auch dabei. Geprobt wurde einmal pro Woche, in Zeiten bevorstehender Auftritten auch gern mal öfter. Weitere Informationen zu der Gruppe sowie zu dem gesamten a-live-Netzwerk, welches zur Blütezeit aus den weiteren a-live-Gruppen München, Hamburg sowie der Muttergruppe in Zürich bestand, gibt es auf der Website www.a-live.de bzw. www.a-live.ch.
2007 - heute
Mit dem gemeinsamen Verlassen von Tony und mir der A-Cappella-Gruppe a-live endete mein letztes größeres musikalisches Projekt. Ich fertigte im Anschluss noch ein Madonna-Medley als Auftragsarrangement für die A-Cappella-Gruppe "get souled" aus Ilmenau an. Danach war für mich meine aktive A-Cappella-Zeit passé. Ich konzentrierte mich in meiner Freizeit auf andere Projekte. Meine Ambitionen, die Bierflöte zu erlernen, um einmal die Virtuosität meiner Schwester zu erlangen, sind vorerst lediglich bei solchen geblieben. Mein derzeitiger Aufenhaltsort in Nordamerika untersagt mir zudem den Proberaum - ein nächtlicher Spaziergang durch die Straßen - bei Strafe.
Seit September 2010 besitzt unsere Hausgemeinschaft in Vancouver ein Piano. Dies ist das erste Mal seit meinem Auszug aus dem Elternhaus, dass ich ein Klavier zur täglichen freien Benutzung habe. Es darf wieder chopint und gebeethovt werden.


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